„Chronischen Schmerz verstehen“ – Veranstaltung stößt auf großes Interesse

Der Konferenzsaal der Sophienklinik war bis auf den letzten Platz besetzt: Um das Thema chronischer Schmerz drehte sich eine Informationsveranstaltung in der Sophienklinik, die sich an Betroffene und Angehörige, aber auch an Fachleute richtete. Es war der Auftakttermin einer Veranstaltungsreihe zum Thema Schmerz, die im kommenden Jahr mit dem Schwerpunkt Rückenschmerzen fortgesetzt wird – selbstverständlich erneut mit Blick auf die Bedeutung von chronischem Schmerz.

Hoher Aufklärungs- und Behandlungsbedarf

Viele Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand über Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und persönliche Erfahrungen zu informieren. Die Stimmung war durchweg positiv, und zahlreiche Besucher*innen äußerten nach den Vorträgen, wie hilfreich sie die Beiträge und wie gelungen sie die ganze Veranstaltung fanden. „Wir freuen sehr uns über die große Resonanz“, so das Fazit der beteiligten Expertinnen und Experten. Dies zeige jedoch auch, dass dieses Thema mit einem hohen Aufklärungs- und Behandlungsbedarf verbunden ist.

Komplexes Thema, verständlich vorgestellt

Nach der Begrüßung durch Carlo Brauer, ärztlicher Geschäftsführer der Sophienklinik, eröffnete Prof. Dr. med. Thomas Stockhausen, Chefarzt der Orthopädie am Klinikzentrum Lindenallee in Bad Schwalbach und Autor des Fachbuchs „Grundwissen Chronisches Schmerzsyndrom“, das Programm. In seinem Vortrag „Schmerz lass nach!“ erläuterte er die medizinischen und sozialmedizinischen Hintergründe der Diagnose „Chronisches Schmerzsyndrom“. Seine langjährige Erfahrung mit Schmerzpatient*innen ermöglichte einen verständlichen und praxisnahen Einstieg in das komplexe Thema.

Aktive Mitarbeit – der multimodale Ansatz

Im Anschluss stellten Dr. med. Frederic Böttcher und Dr. med. Christian Sagebiel, beide Schmerzmediziner der Sophienklinik, gemeinsam mit Tanja Schoenbeck, Therapiecoach und Koordinatorin der Multimodalen Schmerztherapie, das Behandlungskonzept der Klinik vor. Die drei gaben einen detaillierten Einblick in den Aufnahmeprozess, den Ablauf und die Inhalte der Therapieeinheiten und erklärten das Prinzip des multimodalen Ansatzes. Sie betonten, dass Patient*innen als eigenverantwortlicher Teil des Teams gesehen werden, denn deren Mitarbeit und Eigenmotivation sind entscheidend für den Erfolg der Therapie.

Ein wertvoller Perspektivwechsel

Der dritte und sehr persönliche Programmpunkt kam von Heike Norda, Vorsitzende des Selbsthilfevereins UVSD SchmerzLOS e. V. In ihrem Vortrag „Wege aus der Schmerzfalle“ berichtete sie eindrucksvoll über ihren eigenen Weg als langjährige Schmerzpatientin – über Rückschläge, Hoffnungsmomente und Lösungen, die ihr schließlich ermöglicht haben, wieder an Lebensqualität zu gewinnen. Die Gründung der Selbsthilfegruppe, die sie am Ende ihres Vortrags vorstellte, war ihr dabei eine große Hilfe. Ihr Erfahrungsbericht bewegte viele Gäste und bot einen wertvollen Perspektivwechsel.

Zwischen den Vorträgen gab es zwei Pausen, in denen sich die Besucher*innen bei Getränken stärken, die Beine vertreten und sich an den Infoständen von Turn-Klubb Hannover (TKH) und SchmerzLOS e. V. über deren Angebote informieren konnten. Mit dem TKH kooperiert die Sophienklinik im Rahmen der Medizinischen Trainingstherapie, ein wichtiger Bestandteil der Multimodalen Schmerztherapie. Viele nutzten die Zeit auch, um direkt mit den Referierenden ins Gespräch zu kommen oder eigene Fragen zu stellen.

Zum Abschluss wurde ein bunter Imbiss angeboten, der mit abwechslungsreichen, leckeren, aber bewusst gesundem Fingerfood überraschte – ganz im Sinne einer ganzheitlich gedachten Schmerztherapie.

„Die vielen positiven Rückmeldungen zeigen, wie wertvoll fundierte Informationen, fachlicher Austausch und persönliche Begegnungen für Betroffene, Angehörige und Interessierte sind“, freute sich Jan Hetebrügge, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Sophienklinik, der als Moderator durch das Programm führte.

Gruppenbild MMST-Veranstaltung
Sie standen Rede und Antwort zum bewegenden Thema chronischer Schmerz (v. li.): Schmerzmediziner Dr. med. Frederic Böttcher, Helge Libera (SchmerzLOS e. V.), Carlo Brauer, ärztlicher Geschäftsführer der Sophienklinik, Therapiecoach Tanja Schoenbeck, TKH-Trainerin Bente Behnsen, Prof. Dr. med. Thomas Stockhausen, Heike Norda (SchmerzLOS e. V.) und Schmerzmediziner Dr. med. Christian Sagebiel.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Mitwirkenden und Gästen – und freuen uns darauf, die Veranstaltungsreihe im kommenden Jahr fortzuführen.

Pressekontakt:
Jan Hetebrügge
Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0511 3667-511
Mobil: 0176 55 96 85 72
E-Mail: jan.hetebruegge@sophienklinik.de