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Manuelle Therapie
Bereits Hippokrates legte Hand an, und zwar ganz gezielt an seine Patienten. Aus seinen Aufzeichnungen, die immerhin schon beinahe 2.500 Jahre alt sind, wissen wir, dass er bereits durch bestimme Handgriffe Verletzungen und Verrenkungen wieder „zurechtrücken“ konnte. Seitdem hat sich natürlich viel verändert. Das medizinische Wissen hat eine breitere Basis erhalten und Ärzte und Physiotherapeuten wissen viel mehr über die Abläufe und Zusammenhänge von Bewegungen im menschlichen Körper.
Wer schon mal eine Manuelle Therapie erfahren hat oder einen Blick auf das Geschehen zwischen Patienten und Physiotherapeuten geworfen hat, dem erschließt sich erst einmal nicht die Komplexität des Vorgehens. Sieht doch alles erst einmal so aus, wie eine normale krankengymnastische Therapie. Doch der Schein trügt. Nicht umsonst verbirgt sich hinter der Bezeichnung „Manuelle Therapie“ eine spezielle Zusatzausbildung innerhalb der Physiotherapie. Will ein Physiotherapeut diese Zusatzbezeichnung erwerben, muss er eine Weiterbildung von rund 260 Stunden nachweisen, die mit einer Zertifikatsprüfung abschließt.
So vielfältig die Möglichkeiten der Manuellen Therapie sind, so weitreichend sind auch ihre Auswirkungen: Gelenke können mobilisiert oder stabilisiert werden, also beweglich gemacht oder muskulär gesichert werden. Allerdings greift die Manuelle Therapie auch in die Körperwahrnehmung des Patienten ein und trägt so zu einem bewussteren und damit besseren Umgang mit ihm bei.
Dicht an dicht, bewegt sich nicht!
Wenn beispielsweise durch Alter oder Krankheit die Wirbel eines Menschen dichter aneinander rücken, weil die Bandscheibe ihre Pufferfunktion nicht mehr erfüllt, werden auch die Bänder und Muskeln, die an den Wirbelkörpern befestigt sind, schlaffer. Dadurch kommt es zu vermehrter Bewegung zwischen den Wirbelkörpern und das wiederum schädigt die Bandscheibe. Die Manuelle Therapie hilft solchen Patienten, die streckenweise unter chronischen Schmerzen leiden, auf zwei Wegen: Einerseits wird die Stabilität in dem betroffenen Abschnitt verbessern, andererseits werden die angrenzenden Bereiche wieder beweglicher gemacht. Kurz gesagt: Was steif geworden ist, wird beweglicher gemacht und was zu „schlaff“ geworden ist, wird gekräftigt. Was sich so kurz zusammenfassen lässt, ist allerdings ein längerer Prozess, der auf die aktive Mitarbeit des Betroffenen angewiesen ist, um Erfolg zu haben. Doch dieser Erfolg kann sich dann sehen lassen: Schmerzverminderung bis -freiheit der Gewinn für den Patienten.
Definition Manuelle Therapie: |

